Wieso Tropea?

Tropea, Calabria, ITA, 4.-14. Giugno 2021

Es begann mit einer Reise nach Griechenland, in einer Zeit, in der das Reisen noch ohne Tests und Masken möglich war. Jene Reise ist aber eine andere Geschichte. Für diese hier ist nur ausschlaggebend, dass ich aufgrund jener zu dieser überhaupt erst gekommen bin. Denn wie es so ist – man tauscht seine Sozialen Medien aus. Und so kam es, dass der Instagram-Algorithmus mir anzeigte, eine befreundete Meeresschildkröte folge “Strombolicchio Ape Pizzeria”. Oha, dachte ich, Ape und Pizza klingt schonmal gut, und das erste Wort klingt auch italienisch, also klickte ich kurzerhand auf das Icon und mir lief das Wasser im Mund zusammen beim Anblick der Pizze napoletane. Ein paar vorzügliche Hefehandfladen, stets delikat und umwerfend belegt, später, lernte ich nicht nur, dieses ominöse erste Wort richtig auszusprechen, sondern auch Katrin und Manuel besser kennen und fast so sehr lieben, wie ihre Pizza. Beide schwärmen immer schwer von Calabrien und besonders Tropea, vor allem Katrin. Außerdem hatte sie sich gerade eben verselbstständigt mit ihren individuellen Reisen nach Calabrien: Urlaub an der Stiefelspitze. Blöderweise geschah alles im unsäglichen Jahr 2020 parallel und inmitten einer globalen Pandemie, sodass die vielen Sehnsuchterzeugenden Rezensionen, Reisetipps und Fotos leider nur ein ferner Traum blieben, lokal wie real.

Fast forward into 2021. Die Pandemie beherrscht immer noch die Welt und die erhitzten, entkräfteten, mürben und müden Gemüter. Die ersten Impfstoffe sind bereit und werden fleißig verimpft (mit mehr oder weniger Chaos und Bürokratie, eine wunderbare Völkerstudie über die verschiedensten Arten und Weisen, es niemandem Recht machen zu können und dem Chaos den Thron neben dem Virus zu geben) und auch Italien findet zurück ins Leben und eine hoffnungsvolle Zukunft. Es ist Mitte Mai, ich bin bereits zweifach comirnatiert, und Italien öffnet seine Grenzen. Es ist Mitte Mai, das Wetter in Freiburg ist ein ständiger Dauerregen und -frust, mit einigen wenigen Sonnentagen. Von wegen Wonnemonat. Tonnemonat, denn in die selbige gehört er hinein, dieser Freiburger Mai 2021. Ich musste raus. Ich brauchte einen Tapetenwechsel und Sonne. Die ersten Ideen waren schnell da – Madeira, schon lange auf meiner Liste, zurück nach Amalfi, Eva in der toskanischen Landschaft besuchen, wandern in den Dolomiten. Theoretische Möglichkeiten hatte ich reichlich. Aber da ich mich nicht nur inmitten einer schweren Pandemie sondern auch einer schweren Depression befinde, ließ mein regulärer Elan zu wünschen übrig und allein beim Recherchieren wurde ich von Müdigkeit befallen. Eine Alternative musste her. Einer spontanen Eingebung folgend rief ich Katrin an, gab ihr die Flugdaten durch und ließ sie machen, in vollstem Vertrauen. Zurecht. Anders als sonst bereitete ich keine 200-Seiten-Broschüre vor um ja alles machbare auf dem Schirm zu haben und doch nur einen Bruchteil davon zu tun, sondern ließ mich einfach ein auf das Abenteuer Tropea, mit nichts im Gepäck außer Gepäck und drei Sätzen und ein paar Brocken Italienisch. Andiamo!

Ihr wollt auch an die Stiefelspitze? Dann schaut bei Katrin auf Urlaub an der Stiefelspitze vorbei und lasst euch von ihr beraten und von ihrer Liebe zu Land und Leuten anstecken!

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